Unsere Philosophie

Ein Ehrbarer Kaufmann handelt fair

Das Modell des europäischen „Ehrbaren Kaufmanns“ schließt als Modell der Unternehmensführung und als Leitidee den fairen Handel grundsätzlich ein.

Die Tradition des ehrbaren Kaufmanns lässt sich bis in das Mittelalter zurück verfolgen, die Tradition des Fairen Handels bis 1946. Im Unterschied zum Ehrbaren Kaufmann bezieht der Faire Handel von Anfang an den Konsumenten als Akteur, der Einfluss auf wirtschaftliche Entscheidungen nehmen kann, mit ein. Das Leitbild des Ehrbaren Kaufmanns verschwand dagegen seit 1945 immer mehr aus der Betriebswirtschaftslehre – bis vor wenigen Jahren.

Die Fair-Trade-Bewegung hat wesentlich dazu beigetragen, dass heute wieder über ethische Grundsätze unternehmerischen Handelns diskutiert wird. Sie hat schließlich ihren Ursprung dort, wo die Schäden der Konzernbildungen im Lebensmitteleinzelhandel zuerst zu sehen waren: in Kanada und den USA. Die Bewegung konnte entstehen, weil insbesondere durch Preisdiktate in den sog. Entwicklungsländern soziale Ungerechtigkeiten in ungeheurem Ausmaß, unwürdige Lebens- und Arbeitsbedingungen und damit gewaltige soziale Probleme entstanden, die das soziale Gewissen vieler Menschen belastete.

Dabei geriet die Frage nach den Ursachen und der Verantwortung manchmal zu kurz. Die Folgen der Konzernbildungen bekamen die Produzenten und Konsumenten in den privilegierten Industrieländern ebenfalls zu spüren, wenn auch auf eine andere Weise: Durch die Verlagerung von Produktionsstätten ins Ausland wurden heimische Arbeits-Plätze vernichtet. Regionalen Produzenten wurden die Einkaufspreise von Discountern diktiert, und wie z.B. bei der Milch, unter die Herstellungskosten gedrückt. Beispiele dafür gibt es in allen Branchen.

Der Ehrbare Kaufmann als Leitidee für den Handel vor Ort

Heute ist der Ehrbare Kaufmann in einigen kritischen Institutionen und in der Wissenschaft wieder im Gespräch. Auch große Unternehmen setzen sich mit dem Leitbild auseinander. Der klassische Einzelhandel hat diese Entwicklungen z.T. gar nicht mitbekommen; der Organisationsgrad ist gering, außerdem werden die Verbände offenbar von Hochschulabgängern dominiert, denen an den Universitäten die Ethik kaufmännischen Handelns nicht gelehrt wurde.

Die Parallelen, Überschneidungen und Unterschiede zwischen dem Modell des Ehrbaren Kaufmanns und dem Fairen Handel wurden unseres Wissens bisher noch nicht untersucht.

Wir unterstützen die Fair-Trade-Bewegung im Sinne eines „Ehrbaren Kaufmanns“. Wir tragen im Rahmen unserer Möglichkeiten mit dazu bei, dass die Vielfalt der Warenangebote, die Existenz kleiner produzierender und anderer Betriebe und würdige Arbeitsbedingungen gesichert werden – in Ländern der sog. Dritten Welt, wie auch in der eigenen Region. Wir halten uns dabei an die Tradition des global denkenden, europäischen „Ehrbaren Kaufmanns“. Und das heißt für uns: Herbeder Kaufleute handeln fair.

www.fairerhandel24.de

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