Der Ehrbare Konsument

Das Leitbild des Ehrbaren Kaufmanns ist seit Jahrhunderten bekannt, der handelt verantwortungsbewusst. Aber ohne den Ehrbaren Konsumenten kann das Modell nicht funktionieren. Im Bewusstsein der Bürger kommt die Botschaft „Fairer Handel ist Fairness beim Konsum“ zwar immer mehr an, dies belegen nicht zuletzt die Zuwachsraten fair gehandelter Produkte und verschiedene Umfrageergebnisse, aber gibt es tatsächlich den Ehrbaren Konsumenten?

<h3>Der Ehbare Konsument lässt sich nicht durch falsche Versprechen betören</h3>

Multinationalen Nahrungsmittelkonzerne erzielen ihre Wertschöpfung häufig nicht aus dem Handel, sondern aus der Transformation von einzelnen hochwertigen Produkten in vielfache, minderwertige Produkte. Oder dadurch, dass den Nahrungsmitteln z.B. Aromastoffe beigemengt werden, um die Illusion des guten Geschmacks zu nähren. Eine Untersuchung von Ökotest (2008) ergab z.B. dass die meisten Joghurts zugesetzte Aromen enthalten, neun sind laut Aromastoffanalyse überaromatisiert. Das heißt, in diesen Joghurts stecken mehr als zehnmal so viele Aromastoffe wie der jeweilige Fruchtanteil durchschnittlich mitbringen würde.

Die Rahmenbedingungen für Handel und Gewerbe haben sich durch mächtige und weltweit agierende Konzerne geändert – in den sog. Entwicklungsländern, aber auch für die Städte und Statteile im eigenen Land. Eine der Folgen ist die Verdrängung des kleinen, inhabergeführten Einzelhandels durch Konzerne. Kleine Nahrungsmittelproduzenten und Einzelhändler verlieren ihre Existenz, weil sie den Preisdiktaten und dem Preisdumping von Lebensmittelkonzernen und Discountern nicht gewachsen sind. Zahlreiche Arbeitsplätze gehen verloren.
Die volkswirtschaftlichen Schäden und die nachteiligen Folgen der Gier nach immer größeren Gewinnen und kurzfristigen Erfolgen sind unübersehbar.

<h3>Der Ehrbare Konsument achtet auf Fairness</h3>

Fairer Handel ist fair, wenn die Idee der Fairness auch den Erhalt der Qualität des Lebensraumes, den Erhalt der Angebotsvielfalt insgesamt und den Erhalt kleiner Produzenten und Einzelhändler vor Ort, die die Angebotsvielfalt und Arbeitsplätze  garantieren, umfasst. Durch ihr Einkaufsverhalten bestimmen die Konsumenten die Vielfalt und Qualität der Angebote. Sie tragen mit dazu bei, dass die Vielfalt der Warenangebote, die Existenz kleiner produzierender und anderer Betriebe und würdige Arbeitsbedingungen in Ländern der sog. Dritten Welt – aber auch in der eigenen Region – gesichert werden.

„Steigen Sie ein in die Welt des Fairen Handels! Und Sie werden erkennen: Fairer Handel ist Fairness beim Konsum!“

Ehrbaren Konsumenten, der dort einkauft, wo es ebenfalls um die Existenz kleiner produzierender und anderer Betriebe und um würdige Arbeitsbedingungen geht, auch im eigenen Land.

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